Pfarre St. Clemens Heimbach - Wallfahrt in Heimbach
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In Heimbach wurden die Glocken restauriert

Durch die vergrößerte Öffnung im Turm schwebte die Glocke ein.

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Aus der KirchenZeitung, Ausgabe 28/2015

Für die Pilger wieder volles Geläut

Die Heimbacher Clemensglocke ist frisch saniert. Beim Ausbau kam es auf die richtige Spannung an

Der stille Riese läutet wieder. 30 Monate Schweigezeit sind damit vorbei. Die Clemensglocke, das älteste Geläut der Pfarre St. Clemens in Heimbach ist nach einer aufwändigen Reparatur an ihrem 225. Geburtstag zurückgekehrt.

Aus den Bruchstücken dreier Kirchenglocken, die bei dem verheerenden Stadtbrand im Mai 1788 zerstört wurden, ließen die Heimbacher die Clemensglocke 1790 gießen. Sie wiegt etwa 900 Kilogramm und war über 100 Jahre die einzige Glocke im Turm. Als Kriegsmaterial wurde sie am 30. Juli 1942 beschlagnahmt. Nach dem Krieg wurde sie auf dem Glockenfriedhof in Hamburg an ihrer Aufschrift „Heimbach“ erkannt und zurückgebracht.

Im Advent 2012 wurde ein Riss in der Glocke festgestellt, im Februar diesen Jahres wurde sie ausgebaut und ins bayrische Nördlingen zur Firma Lachenmeyer gebracht. In einem Spezialverfahren konnte sie repariert und von der Glockenfirma Mark-Maas aus Brockscheid in der Vulkaneifel wieder in den Turm gebracht werden. Beim Ausbau der Glocke galt äußerste Vorsicht: Zunächst mussten die „Schallluken“ entfernt und der Mittelsteg ausgebrochen werden. „Zum Glück passte die Glocke dann durch die Öffnung“, sagte Markus Lang, stellvertretender Vorsitzender des Kirchenvorstandes. Ansonsten hätten die Heimbacher weitere Steine aus dem Turm herausbrechen müssen.


Schwieriges Abseilmanöver

Fast zwei Wochen dauerte das Wegstemmen des Mauerwerks. Die Handwerker gingen dabei behutsam vor, denn die Steine des Turms sollten ja wiederverwendet werden. War erst einmal Platz genug, wurde die Glocke vom Glockenstuhl im Turm abgehängt und mit einem entsprechenden Fahrgestell zur Öffnung geschoben. Um an die Clemensglocke heranzukommen, mussten zwei weitere, kleinere Glocken abgehängt werden. Mit einem Flaschenzug, „Manneskraft“ und einem dicken Seil um die Glocke wurde sie schließlich aus der Öffnung geholt und langsam heruntergelassen. Ein schwieriges Unterfangen, bei dem vor allem Spannung wichtig war: „Dabei wurde ständig an dem Seil gezogen, damit die Glocke nicht schwingt und gegen den Turm schlägt“, erläutert Lang.

In Heimbach freut man sich, dass die Clemensglocke pünktlich zum Beginn der Wallfahrt wieder läuten kann. Lange musste die Gemeinde auf diesen Tag warten, da die Finanzierung der Reparatur aus eigenen Mitteln erfolgen musste. Den größten Anteil der über 50000 Euro trägt die Pfarrei selber, den sie durch Pfarrfeste, private Spenden und Sonderaktionen, aber auch mit Hilfe der Pilger gesammelt hat. Eine Sonderaktion war der Verkauf von Mini-Glöckchen zu je 13 Euro. Einige gibt es noch. „Bisher haben wir 165 Stück verkauft. Jeder, der möchte, kann noch ein Glöckchen bekommen“, teilt Markus Lang mit.


Habilitation Christian Blumenthals mitgefeiert

Dank Sponsoren, wie der Stephany-Stiftung des Bistums, der Viktor-Rolff-Stiftung, der Krischerstiftung, der Sparkasse Düren sowie des Fördervereins zum Erhalt und Förderung der Wallfahrt aus Heimbach, konnte fast der Rest der Summe beigetragen werden. Einen freudigen Anlass feierte die Gemeinde zeitgleich mit der Neu-Einweihung der Clemensglocke: Christian Blumenthal, gebürtiger Heimbacher, der 2007 auch in seiner Heimatgemeinde seine Priesterweihe empfangen hat, hat sich in München habilitiert. Der frischgebackene Privatdozent Blumenthal freut sich, die Pilger endlich wieder mit vollem Geläut begrüßen zu können. „Es klang ja schon ein wenig traurig in den letzten Monaten.“



Von Franz Küpper

Veröffentlicht am 09.07.2015

 
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